19.4.2015, abends:

Unter der Dusche ist es am schlimmsten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und ein wenig Morgensport haben wir das Schiff erneut seeklar gemacht. Wir wollten einen weiteren Probeschlag unternehmen, um ein Gefühl für das Schiff zu bekommen. Es dauerte dann bis gegen 13 Uhr, bis wir die Leinen loswerfen konnten. Den Wind von achtern, konnten wir uns ganz leicht aus der Box schieben lassen. Um drei Ecken herum und die Segel werden gesetzt. Eine große Yacht kam uns mit 1 Reff und allen Leuten auf der Kante entgegen, so dass wir etwas vorsichtig herangingen. Zunächst das Groß, kein Problem, dann die Genua, auch komplett ausgerollt kein Problem. Dass das Boot neben uns nur unter Fock mithalten konnte sorgte dafür, dass auch das Besan-Segel gesetzt wurde. Mit halbem Wind ging es bei nur noch 8 bis 10 Knoten Wind los. Wir erreichten so spielend mehr als sechs Knoten, der Segler blieb achteraus.

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Bordhund Pelé in seiner Schwimmweste

 

Hinter dem Kap drehte der Wind dann mehr auf Süd/Südost und wir konnten an den Wind gehen. Mit einem angegebenen Winkel von 40 Grad am Wind erreichten wir locker 7 Knoten bei mittlerweile etwas zunehmendem Wind von bis zu 15 Knoten. Mit einem Schrick in den Schoten kamen wir auf fast 8 Knoten, nix für unseren RS Cat, aber das Boot lag sehr gut auf dem Ruder und schob sich Richtung Ibiza. Gerne wären wir jetzt losgefahren, aber noch wartet etwas Arbeit an Land auf uns. Und der Papierkram.

Deshalb mit einer Wende wieder Richtung Alicante, der Wind dreht unter Land wieder etwas zurück und nach einigem Muskelspiel sind die Segel kurz vor der Hafeneinfahrt wieder geborgen.

Pelé hat sich an Bord super gehalten, nur mit Leine aus dem Cockpit heraus geführt, bei Manövern bleibt er außer Reichweite irgendeiner Gefahr. Nur sein Plätzchen fürs Geschäft hat er noch nicht gefunden, obwohl wir mehrere Versuche gestartet haben. Er hält tapfer durch, bis wir wieder im Hafen sind. Irgendwie erinnert mich das an einen Ausbildungstörn auf der Ostesee. Ein Segelschüler hatte dermaßen Respekt vor der See und dem Wind, dass er den ganzen Tag nicht von seinem Platz aufgestanden war. Echte Körperbeherrschung.

Na mal sehen, wie das auf dem Schlag nach Ibiza wird. Heute haben wir auf jeden Fall fast 20 Meilen geloggt, 1 Wende, eine Halse.

Jetzt machen wir uns abendfein, neue Hose, frisch geduscht geht’s in die Stadt.

Ach so, auch wenn kein Seegang war, irgendwie bewegt sich doch trotzdem alles, besonders unter der Duche, man muss sich besser festhalten

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