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25.4.2015:

Adiós Alicante, bienvenido Ibiza

Endlich sind alle Arbeiten in Alicante abgeschlossen. Wir haben mit Hilfe des Generalkonsulates in Barcelona unser Schiffsvorzertifikat erhalten, nach 2 Tagen Bohren und Schrauben ist die Waschmaschine endlich an den Abwassertank angeschlossen, so dass uns nichts daran hindert, die Leinen wirklich los zu werfen.

Die Wetterprognose für die nächsten Tage lässt es sinnvoll erscheinen, den Hafen am Samstag noch zu verlassen, da wir sonst in schwierigeres Wetter kommen würden. Da wir keine Lust auf Böen bis 30 Knoten haben, heißt es also am Samstag früh: Adiós.

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Im Club findet gerade das Wiegen des Wettangelns statt, als wir nach einem Abschied bei „unserem“ Marinero Antonio und dem vorsorglichen Kauf von 2 Fleece-Jacken die Leinen los werfen. 1400 Liter Wasser an Bord und ein gefüllter Dieseltank öffnen uns die Welt. Als erstes Ziel haben wir Ibiza ausgemacht und bei etwas diesigem Wetter geht es los

Im Hintergrund verschwindet die Festung St. Barbara und wir machen zunächst einen Schlag auf das offene Wasser.

Alicante im Kielwasser.

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17.4.2015:

Lage wird schwierig, habe letzten Hosenknopf auf Klo verloren. Kurz darüber nachgedacht ihn zu retten, war schon mal abhanden gekommen, dagegen entschlossen. Also mit kurzer Hose zur Capitainerie. Papiere nicht da, Boot hatte Heimathafen Barcelona, daher Papiere nach dort gesandt. 9.4. im Register gelöscht, am 15. 4. nach Barcelona gesendet, noch nicht angekommen. Frank meint, könnte noch bis Ende April dauern. Mit den Kopien der anderen Papiere können wir aber lossegeln. Ok.

Anschließend mit dem Konsulat telefoniert. Will kein Schiffsvorzertifikat ausstellen, soll Generalkonsulat machen. Generalkonsulat sagt, Alicante kann das. Kümmert sich trotzdem, Mittwoch sollten die Papiere fertig sein. Im RCRA noch Fotokopien von allen wichtigen Verträgen gemacht, Versicherungsschein auch ausgedruckt.

Anschließend Dichtmaterial für Fenster gesucht, Laden 1 hat es nicht, Laden 2 vielleicht. Rauf aufs Rad, um den Hafen und … Montag wird es da sein. Nachricht vom Techniker des Funkgerätes, einfaches Umprogrammieren der MMSI geht nicht, Gerät muss eingeschickt werden. Versand, umprogrammieren ohne Unterscheidungszeichen geht aber nicht. Also lieber neues kaufen, gibt’s preiswert in einem anderen Laden.

Dann mit dem Fahrrad wieder rauf auf den Berg, die Waschmaschine sollte nach Demontage des Abflusses unter das große Spülbeckens passen. Also im Media Markt (die sind nicht blöd, sondern sprechen besser Englisch als ich Spanisch) bestellt. Soll morgen kommen: Morgens zwischen 10 und 15 Uhr. Rufen vorher an; kann lustig werden, die kein Englisch, ich kein Spanisch, wird schon.

Anschließen mit Cokpitlicht gekämpft; erster LED riecht verbrannt, sieht auch nicht gut aus. Dann Dimmer an +, keine Reaktion, Dimmer an Minus, läßt sich nicht dimmen. Dimmer andersrum, Licht an, LED riecht wieder verbrannt. Neuer LED, plus an blau, minus an braun, kein Dimmen. Nach dem 5-ten Wechsel funktioniert es endlich. Im Cokpit dimmbares Licht, Schalter hängt komisch runter. Egal, wird demnächst behoben.

Im Bricolage noch allerlei besorgt, endlich einen Akkuschrauber: Wolke 7!

Glocke elektrisch abgeschraubt, entpuppt sich als ehemalige KD-Schiffsglocke. Nach einigem Rubbeln und Kratzen kommt das Messing zu Tage, sieht wieder richtig gut aus. Kompass glänzt noch immer in der Sonne. Pelé räkelt sich auf dem Polster. Auf dem Wasser sind die Ruderer vom Club dauernd unterwegs, morgens wie abends. Schnell noch eine Dusche, zu müde für große action:

Wundervoller Tag!

19.4.2015:

Jeder Fotograf weiß, das morgens das Licht für Bilder am besten ist. Zurück von einem kleinen Spaziergang lasse ich den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren. Da hatten wir keinen Blick für das Morgenlicht.

Abends war mir schon aufgefallen, dass die Druckpumpe für das Wasser immer wieder ansprang. Ich nahm mir vor, am nächsten Tag danach zu sehen. Nachts hatte ich den Eindruck, dass die Pumpe häufiger anspringen würde. Gegen 6 Uhr morgens begannen die Vorbereitungen für ein Pesca des Vereins, das hatte ich auf einem Aushang gelesen. Eines der Boote hatte offensichtlich den Motor gestartet. Auf die andere Seite drehen und noch ein bisschen schlafen. Ein anderes Boot ließ seinen Motor vorglühen, startete die Maschine aber nicht. Komisch. Irgendwie passte das alles nicht zusammen, insbesondere da weder das eine Boot auslief noch der andere Anstalten machte, die Maschine zu starten.

Also raus aus den Federn und nachgesehen. Der Ton vom vorglühenden Motor entpuppte sich als Bilgealarm, der laufende Motor des anderen Bootes war die Druckpumpe für unser Wasserssystem. Ein Blick in den Motorrum zeigte dann die Ursache der frühen Störung des Tages. Die Druckwasserpumpe war undicht und das Wasser floss in die Bilge. Also Wassersystem ausgeschaltet und Bilge geleert. Nachdem ich die unter einer Stahlplatte versteckten Schrauben der Befestigung der Druckwasserpumpe endlich gelöst hatte, konnte ich mir den Schlamassel dann von Nahem betrachten.

Das Gehäuse war offensichtlich undicht und hatte schätzungsweise 100 l Frischwasser über die Bilge nach außen befördert. Nachdem ich alles demontiert hatte und wieder zusammengebaut war, stellte sich heraus, dass die beiden Druckwassersysteme gegeneinander gearbeitet hatten, denn jetzt funktionierte alles wieder. Nach 3 Stunden kopfüber im Motorraum im Dieseldunst war endlich Zeit für eine Dusche.

Im Club tummelten sich derweil ca. 100 Kinder und Jugendliche, die für eine Ruderregatta gekommen waren. Einer, Zweier, Vierer, alle Klassen vertreten. Das war also die Pesca auf dem Aushang, „live and learn“.

Mittlerweile war es auch zehn Uhr geworden, ab jetzt war die Waschmaschine angekündigt. Um 10:45 rief dann auch verabredungssgemäß die Dame vom Media-Markt an, Konversation in Englisch/Spanisch, klappte aber. Die Maschine wäre in 20 Minuten da. Und so war es auch, 2 Männer luden die Maschine in einen der Einkaufswagen, die der Club zur Verfügung stellt und durch die Horde der Ruderer ging es Richtung Boot.

Maschine über die schmale Gangway gehievt und runter in den Salon. Zunächst muss die alte Spülmaschine ausgebaut werden, dann steht die Waschmaschine vor der Aussparung.

Hätte ich gestern bloß die Säge gekauft, die mich in der Bricolage angelacht hatte. Damit wäre es kein Problem gewesen, die Aussparung auf das passende Format zu bringen. Also wieder zum Brico. Inzwischen kenne ich ja den Weg, leider liegen Häfen immer auf Höhe des Meeresspiegels und es geht immer nur aufwärts von dort aus.

Aber ich habe mich wieder an das Radfahren geewöhnt, also runder Tritt und den Berg schön gleichmäßig hoch. In kürzester Zeit bin ich da und shoppe was das Herz begehrt. Nach der morgendlichen Aktion hatte ich mich für einem Ratschensatz enschieden, der wird sicher auch in Zukunft hilfreich sein. Dazu Säge, Lüsterklemmen und ,und, und… Schwer bepackt geht es dann zum Hafen zurück, diesmal ja bergab. Das Gewicht im Rucksaack hätte mich im Wiegeschritt bergauf sicher aus dem Gleichgewicht gebracht.

Mit Hilfe des Werkzeugs klappt der Einbau dann auch problemlos, die Spülmaschine und die Verpackung entsorgt und die Waschmaschine schnurrt. Alles erledigt.

Abends dann noch shoppen und ein Bierchen zum Tagesabschluss.

Und heute früh das wunderbare Mor

19.4.2015, abends:

Unter der Dusche ist es am schlimmsten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und ein wenig Morgensport haben wir das Schiff erneut seeklar gemacht. Wir wollten einen weiteren Probeschlag unternehmen, um ein Gefühl für das Schiff zu bekommen. Es dauerte dann bis gegen 13 Uhr, bis wir die Leinen loswerfen konnten. Den Wind von achtern, konnten wir uns ganz leicht aus der Box schieben lassen. Um drei Ecken herum und die Segel werden gesetzt. Eine große Yacht kam uns mit 1 Reff und allen Leuten auf der Kante entgegen, so dass wir etwas vorsichtig herangingen. Zunächst das Groß, kein Problem, dann die Genua, auch komplett ausgerollt kein Problem. Dass das Boot neben uns nur unter Fock mithalten konnte sorgte dafür, dass auch das Besan-Segel gesetzt wurde. Mit halbem Wind ging es bei nur noch 8 bis 10 Knoten Wind los. Wir erreichten so spielend mehr als sechs Knoten, der Segler blieb achteraus.

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Bordhund Pelé in seiner Schwimmweste

 

Hinter dem Kap drehte der Wind dann mehr auf Süd/Südost und wir konnten an den Wind gehen. Mit einem angegebenen Winkel von 40 Grad am Wind erreichten wir locker 7 Knoten bei mittlerweile etwas zunehmendem Wind von bis zu 15 Knoten. Mit einem Schrick in den Schoten kamen wir auf fast 8 Knoten, nix für unseren RS Cat, aber das Boot lag sehr gut auf dem Ruder und schob sich Richtung Ibiza. Gerne wären wir jetzt losgefahren, aber noch wartet etwas Arbeit an Land auf uns. Und der Papierkram.

Deshalb mit einer Wende wieder Richtung Alicante, der Wind dreht unter Land wieder etwas zurück und nach einigem Muskelspiel sind die Segel kurz vor der Hafeneinfahrt wieder geborgen.

Pelé hat sich an Bord super gehalten, nur mit Leine aus dem Cockpit heraus geführt, bei Manövern bleibt er außer Reichweite irgendeiner Gefahr. Nur sein Plätzchen fürs Geschäft hat er noch nicht gefunden, obwohl wir mehrere Versuche gestartet haben. Er hält tapfer durch, bis wir wieder im Hafen sind. Irgendwie erinnert mich das an einen Ausbildungstörn auf der Ostesee. Ein Segelschüler hatte dermaßen Respekt vor der See und dem Wind, dass er den ganzen Tag nicht von seinem Platz aufgestanden war. Echte Körperbeherrschung.

Na mal sehen, wie das auf dem Schlag nach Ibiza wird. Heute haben wir auf jeden Fall fast 20 Meilen geloggt, 1 Wende, eine Halse.

Jetzt machen wir uns abendfein, neue Hose, frisch geduscht geht’s in die Stadt.

Ach so, auch wenn kein Seegang war, irgendwie bewegt sich doch trotzdem alles, besonders unter der Duche, man muss sich besser festhalten

14.4.2015: Start in Alicante

Pow!

Mittlerweile sind wir angekommen! Der Flug war nicht so angenehm, Pelé liebt es nicht, in einer Tasche eingesperrt zu sein. Also fiept er, wenns drauf an kommt auch 5 Stunden.

Aber irgendwann ist jeder Flug zu Ende, also 120 kg Gepäck zusammengesucht und ab Richtung Autovermietung. Einen neuen Wagen, keine 500 km gelaufen, wenn die wüssten, was wir alles transportieren wollen.

Im 2. Anlauf klappt es auch mit der Gitarre, jetzt noch schnell 150 km nördlich 2 Tauchflaschen besorgt und dann endlich weg mit dem Auto, das letzte Relikt der Landbindung.

Pelé hat sich an das Boot gewöhnt, leider kann er auch allein über die Gangway gehen, hoffentlich geht das gut. Einmal ist er schon in eine offene Backskiste gesprungen und kuckte uns mit großen Augen an: „Da war doch vorhin noch fester Boden, also holt mich jetzt gefälligst raus.“

Die 120 kg sind noch nicht ganz richtig verstaut, das kommt noch in den nächsten Tagen. Draußen hat es 5 Bft., das Fall klappert ohne Ende, muss sich dringend ändern.

Also los!

Hallo Welt!

Hallo an Alle,

wir grüßen die Community von unserem blog. Unser Schiff, eine Amel Mango heißt Aloysius und liegt derzeit in Fiumicino nahe Rom.

Wir sind schon seit 3 Monaten unterwegs, so dass sich einige Ereignisse gesammelt haben. Wir werden diese in den nächsten Tagen hier auf dem blog einstellen.

Die Infos sind aber auch auf unserer homepage: www.sail-la-vie.de zusammen mit einigen Bildern und einem Video (https://www.youtube.com/watch?v=S6yuE2_I8_8) abrufbar.